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Motive für M&A-Aktivitäten

Strategische Motive

Unternehmensübernahmen aus strategischen Motiven heraus bilden den Großteil der stattfindenden M&A-Aktivitäten. Unternehmen auf der Kaufseite vollziehen Akquisitionen im Rahmen von Expansionsstrategien, die bei Erwerb von Unternehmen der gleichen Branche oder Produktionsstufe horizontalen Charakter haben, während Akquisitionen von Unternehmen vor- oder nachgelagerter Wertschöpfungsstufen als vertikal bezeichnet werden. Unternehmen auf der Verkaufseite vollziehen Veräußerungen, um zur Konzentration auf die Kernaktivitäten Geschäftsbereiche, die strategisch nicht mehr durch Investitionen gefördert werden, abzugeben. Naturgemäß ist die größte Aktivität auf den Markt für Unternehmenskontrolle in fragmentierten Branchen zu beobachten, in denen sich durch Margendruck Konsolidierungsdruck aufbauen kann. Neben der Expansion von Unternehmen sind als Motive der Wunsch nach zusätzlicher geographischer Markterschliesung und die Realisierung von Kosten- und Skaleneffekten als strategische Beweggründe zu nennen. Bei strategisch motivierten Akquisitionen in sich konsolidierenden Branchen steht oftmals die Erzielung von Umsatz- und Kostensynergien im Vordergrund der Überlegungen, wobei diese hohe Risiken bzgl. der Erreichung der mit dem Unternehmenserwerb gesteckten Zielsetzungen enthalten.

Finanzielle Motive

Finanzinvestoren, Private Equity Gesellschaften, nehmen Investitionen vor, die mehrheitlich finanziell orientierte Zielsetzungen haben. Dabei wird im klassischen Private Equity oder Principal Investment Geschäft in solche Unternehmen oder Unternehmensteile investiert, die sich im Unternehmensentwicklungszyklus im Reifestadium befinden und eine etablierte Stellung in zumeist gesättigten Märkten innehaben.

Die finanziellen Motive beziehen sich dabei auf die Absicht der Finanzinvestoren, die Finanzierungsstruktur des Zielunternehmens nach Abschluss der Transaktion zu verändern, d.h. eine Rekapitalisierung der bilanziellen Passivseite vorzunehmen, indem der Anteil des eingesetzten Eigenkapitals zugunsten von Fremdkapital verringert wird. Da durch den höheren Verschuldungsgrad das spezifische Unternehmensfinanzierungsrisiko, und damit das Risiko des Eigenkapitalgebers (Finanzinvestor), steigt, muss ein geeignetes Zielunternehmen über stabile Zahlungsströme (Cash-Flows) in ausreichender Höhe verfügen, die größtenteils dazu aufgewendet werden, das Fremdkapital zu bedienen. Bei erfolgreichem Verlauf einer solchen Leveraged-Buy-Out Transaktion wird das Fremdkapital durch unternehmenseigene Cash-Flows zurückgeführt und die Rendite für den Eigenkapitalgeber ergibt sich aus dem anschließenden Verkaufserlös.

Persönliche Motive

Bei stark wachsenden eigentümergeführten Unternehmen kann es aufgrund unzureichender Ausstattung mit Eigenkapital zu Refinanzierungsenpässen sowohl auf der Eigenapitalseite als auch, daraus resultierend, auf der Fremdkapitalseite kommen. Hieraus kann sich aus dem meist marktinduzierten Zwang zum Wachstum oder zur preisgetriebenen Kostensenkung die Notwendigkeit der Aufnahme zusätzlicher Gesellschafter ergeben, die einen Eigenkapitalbeitrag leisten.

Ein im deutschen Mittelstand sehr verbreiteter Grund zur Aufnahme zusätzlicher Gesellschafter oder zur kompletten Unternehmensveräußerung besteht in der Nachfolgeproblematik eigentümergeführter Unternehmen. Bei Unternehmern, die in ihrer Familie keinen geeigneten Nachfolger finden oder das unternehmerische Risiko nicht mehr tragen wollen, sobald ein dritter Manager das Unternehmen operativ führt, ist eine Veräußerung der Anteile eine strategische Option zur Wertrealisierung.



 
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